Agio
Agio ist ein anderes Wort für Aufgeld. Beim physischen Goldkauf bezeichnet es den Betrag, um den der Produktpreis über dem rechnerischen Wert des enthaltenen Feingolds liegt; üblich ist eine Angabe in Euro oder Prozent.
Kurze Definitionen für Marktbegriffe, Maßeinheiten, physisches Gold und ausgewählte rechtliche Stichwörter. Produkt-, Steuer- und Rechtsfragen benötigen weiterhin eine individuelle Prüfung.
Agio ist ein anderes Wort für Aufgeld. Beim physischen Goldkauf bezeichnet es den Betrag, um den der Produktpreis über dem rechnerischen Wert des enthaltenen Feingolds liegt; üblich ist eine Angabe in Euro oder Prozent.
Bei allokiertem Gold sind dem Kunden konkrete Barren oder Bestände eindeutig zugeordnet. Bei nicht allokierten Ansprüchen besteht dagegen regelmäßig nur eine Forderung gegen den Anbieter; Eigentums-, Insolvenz- und Auslieferungsbedingungen müssen deshalb im Vertrag geprüft werden.
Anlagegold ist im deutschen Umsatzsteuerrecht genau definiert. Dazu gehören bestimmte Barren oder Plättchen ab 995 Tausendstel Feinheit sowie Münzen, die zusätzliche gesetzliche Voraussetzungen erfüllen; nicht jedes goldhaltige Produkt fällt darunter.
Keine Steuerberatung; bei Fragen zur persönlichen Einordnung an einen Steuerberater wenden.
Eine Anlagemünze wird vor allem wegen ihres Edelmetallgehalts gehandelt. Ihr Preis liegt deshalb meist näher am Materialwert als der Preis seltener Sammlermünzen, kann aber weiterhin Aufgeld, Spread und Händlerkosten enthalten.
Das Aufgeld ist die Differenz zwischen dem Verkaufspreis eines Goldprodukts und dem rechnerischen Wert seines Feingoldgehalts. Es deckt unter anderem Herstellung, Handel, Logistik und Marge ab und fällt bei kleinen Stückelungen prozentual oft höher aus.
Bullion ist ein internationaler Sammelbegriff für standardisierte Edelmetallbarren und Anlagemünzen, deren Wert überwiegend vom Metallgehalt abhängt. Sammlerwert und Gestaltung stehen dabei normalerweise nicht im Vordergrund.
Der Feingehalt beschreibt den Anteil reinen Goldes, meist in Tausendsteln: 999,9 steht beispielsweise für 99,99 Prozent. Karat teilt eine Legierung in 24 Teile; 24 Karat entspricht annähernd Feingold, 18 Karat entsprechen 750 Tausendsteln.
Die Feinunze oder Troy Ounce ist die internationale Gewichtseinheit für Edelmetalle. Eine Feinunze entspricht exakt 31,1034768 Gramm; bei Gold bezieht sich eine Preisangabe je Feinunze normalerweise auf den Feingoldgehalt.
Der Geldkurs ist der Preis, zu dem ein Marktteilnehmer kaufen will; der Briefkurs ist der Preis, zu dem er verkaufen will. Die Differenz zwischen beiden Kursen bildet den Spread und kann je nach Produkt, Handelsplatz und Liquidität variieren.
Ein ETF ist ein börsengehandelter Investmentfonds, während viele in Deutschland angebotene Goldprodukte rechtlich als ETC beziehungsweise Schuldverschreibung ausgestaltet sind. Besicherung, Auslieferungsanspruch, Kosten, Emittentenrisiko und steuerliche Behandlung hängen vom konkreten Produkt ab.
Keine Anlage- oder Steuerberatung; vor einer Entscheidung Produktunterlagen prüfen und bei Steuerfragen fachlichen Rat einholen.
Ein Goldbarren ist ein gegossenes oder geprägtes Goldprodukt mit angegebenem Gewicht und Feingehalt. Sein Marktpreis setzt sich aus dem Metallwert und produktbezogenen Kosten zusammen; Hersteller, Zustand und Handelbarkeit können den An- und Verkaufspreis beeinflussen.
Barren weisen bei größeren Gewichten häufig ein niedrigeres prozentuales Aufgeld auf, während gängige Anlagemünzen flexibler stückelbar und international leicht erkennbar sein können. Entscheidend sind Feingoldgehalt, Gesamtkosten, Wiederverkaufbarkeit, Echtheitsprüfung und die gewünschte Stückelung.
Goldreserven sind Goldbestände, die Zentralbanken als Teil ihrer Währungsreserven halten. Sie dienen unter anderem der Diversifikation und Vertrauensbildung, sind aber nicht mit privaten Anlagebeständen oder gesetzlichen Mindestreserven von Banken gleichzusetzen.
Good Delivery bezeichnet die von der LBMA festgelegten Anforderungen an große Gold- und Silberbarren sowie an zugelassene Raffinerien. Die Standards betreffen unter anderem Gewicht, Form, Kennzeichnung und Qualität im professionellen Großhandel; sie sind kein allgemeines Gütesiegel für jedes Endkundenprodukt.
Der Krügerrand ist eine südafrikanische Goldanlagemünze. Die klassische Ein-Unzen-Ausgabe enthält eine Feinunze Gold, wiegt wegen ihrer robusteren Gold-Kupfer-Legierung insgesamt aber mehr als 31,1034768 Gramm.
„LBMA-Fixing“ ist eine ältere umgangssprachliche Bezeichnung für den heutigen LBMA Gold Price. Der Benchmark wird von ICE Benchmark Administration in elektronischen Auktionen ermittelt; seine Nutzung für Bewertung, Preisbildung oder Finanzprodukte kann lizenzpflichtig sein.
Eine Legierung ist eine Mischung aus Gold und anderen Metallen wie Silber, Kupfer oder Palladium. Sie verändert Farbe, Härte und Gesamtgewicht; für den Materialwert ist der tatsächlich enthaltene Feingoldanteil maßgeblich.
Der Londoner Goldmarkt ist überwiegend außerbörslich organisiert: Marktteilnehmer handeln direkt oder über Intermediäre statt über ein zentrales Börsenorderbuch. Preise, Abwicklung und Gegenparteirisiken unterscheiden sich deshalb von einem standardisierten Börsenhandel.
Der Nominal- oder Nennwert einer gesetzlichen Goldmünze ist der aufgeprägte Geldbetrag. Bei Anlagemünzen liegt der Metall- und Marktwert typischerweise deutlich darüber; der Nominalwert ist daher nicht mit dem realistischen Verkaufspreis gleichzusetzen.
Eine Prägeanstalt stellt Münzen und teilweise geprägte Barren nach festgelegten Spezifikationen her. Herkunft, Kennzeichnung und etablierte Qualitätskontrollen können die Erkennbarkeit und Handelbarkeit eines Produkts beeinflussen, ersetzen aber keine Echtheitsprüfung.
Recyclinggold wird aus bereits verwendeten goldhaltigen Produkten oder Produktionsresten zurückgewonnen und erneut raffiniert. Nach fachgerechter Raffination kann es denselben Feingehalt wie neu gewonnenes Gold erreichen; Herkunftsnachweise und Lieferkettenstandards sind davon getrennt zu beurteilen.
Bei einer Sammlermünze kann der numismatische Wert deutlich wichtiger sein als der reine Goldgehalt. Seltenheit, Erhaltung, Prägejahr und Nachfrage bestimmen den Preis, weshalb ein gewöhnlicher Materialwert-Rechner dafür nicht ausreicht.
Eine Scheideanstalt trennt und raffiniert Edelmetalle aus Legierungen, Altgold oder industriellen Reststoffen. Sie analysiert den Metallgehalt und verarbeitet das Material zu definierten Feinheiten; Prüfverfahren, Abrechnung und Zertifizierungen unterscheiden sich je nach Anbieter.
„Spekulationsfrist“ ist ein gebräuchlicher, aber kein genauer Gesetzesbegriff. Bei physischem Gold im Privatvermögen kann § 23 EStG relevant sein, wenn zwischen Anschaffung und Verkauf nicht mehr als ein Jahr liegt; Produktart und persönliche Umstände können die Einordnung verändern.
Keine Steuerberatung; bei Fragen zur persönlichen Einordnung an einen Steuerberater wenden.
Der Spotpreis ist ein Referenzpreis für eine zeitnahe Lieferung am Großhandelsmarkt. Er ist kein automatisch handelbarer Endkundenpreis: Bei Barren und Münzen kommen typischerweise Aufgeld, Spread, Versand, Prüfung oder Verwahrung hinzu.
Der Spread ist die Differenz zwischen An- und Verkaufspreis. Wer kurz nach dem Kauf wieder verkauft, muss diesen Abstand zunächst überwinden; seine Höhe hängt unter anderem von Produkt, Marktliquidität und Händlerkonditionen ab.
Ein Tafelgeschäft bezeichnet ein persönlich am Schalter abgewickeltes Geschäft, bei dem Leistung und Gegenleistung unmittelbar ausgetauscht werden. Der Begriff bedeutet nicht automatisch Anonymität: Je nach Betrag, Anlass und Anbieter können Identifizierungs-, Dokumentations- und geldwäscherechtliche Pflichten gelten.
Keine Rechts- oder Steuerberatung; bei konkreten Fragen fachlichen Rat einholen.
Verwahrung bezeichnet die sichere Lagerung von physischem Gold, etwa im eigenen Tresor, Bankschließfach oder bei einem spezialisierten Anbieter. Kosten, Versicherung, Zugriff, Eigentumszuordnung und Insolvenzschutz sollten getrennt geprüft werden.
Xetra-Gold ist der Markenname einer von der Deutsche Börse Commodities GmbH ausgegebenen, mit Goldbeständen hinterlegten Inhaberschuldverschreibung mit Lieferanspruch. Es handelt sich um ein Wertpapier und nicht um einen bereits im eigenen Besitz befindlichen Goldbarren; Emittenten-, Depot-, Kosten- und Produktrisiken sind gesondert zu prüfen.
Keine Anlage- oder Steuerberatung; vor einer Entscheidung Produktunterlagen und persönliche Steuerfolgen prüfen.
Zentralbankgold umfasst Goldbestände, die eine Zentralbank als Teil ihrer Währungsreserven hält. Diese Bestände erfüllen geld- und reservepolitische Funktionen und sind nicht mit börsengehandelten Goldprodukten oder privaten Anlagebeständen gleichzusetzen.